Warum Beziehungen heute oft kurzlebiger sind

„Früher war alles besser“, hört man ältere Menschen manchmal sagen. „Da hat man geheiratet und ist bis ans Lebensende zusammen geblieben. Heute dagegen rennen die Menschen beim kleinsten Konflikt auseinander. Die sind doch gar nicht beziehungsfähig!“

Ist da was dran? Wieso sind Beziehungen heute viel kurzlebiger, Trennungen an der Tagesordnung? Artikel als Podcast hören

Beziehung Trennung
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Tatsächlich halten Ehen in Deutschland heute im Durchschnitt 14 Jahre. Etwa die Hälfte aller Ehen wird geschieden. Von den Ehen, die scheitern, scheitert wiederum eine Hälfte schon bis zum siebten Ehejahr. In diesen Ehen treten Beziehungskiller wie häufige Kritik, emotionale Abschottung und Verachtung des Partners auf. Der zweite Typ von Scheidungsehe hat diese Merkmale nicht. Diese zeichnen sich aber durch zunehmendes, gegenseitiges Desinteresse aus, ohne größeren Beziehungsstress. Dadurch lebt man sich nur schleichend auseinander. Solche Ehen halten typischerweise bis die Kinder aus dem Haus sind. Dann können die Partner nichts mehr miteinander anfangen und gehen getrennte Wege.

Man kann davon ausgehen, dass es diese Beziehungsschwierigkeiten auch schon zu Zeiten unserer Großeltern gegeben hat. Allerdings herrschten damals ganz andere Lebensumstände und gesellschaftliche Bedingungen. Menschen blieben viel häufiger aus Verpflichtung und Gewohnheit in bestehenden Beziehungen. Von Liebesglück kann dabei nicht immer die Rede sein.

Frauen zum Beispiel waren noch in der Generation häufig finanziell von Ihrem Mann abhängig. Die Ehe war früher viel mehr als heute auch eine Zweckgemeinschaft mit eindeutigen Rollen und Funktionen, die das Überleben der Familie sicherten. Das eigene Lebensglück dagegen stand oft hinten an. Man fügte sich in das, was war. Trennung war lange Zeit ein Tabu.

Heute dagegen ist Selbstbestimmung ein wichtiges Bedürfnis unserer Zeit. Wir wollen nicht nur leben, wir wollen glücklich sein. Die Ansprüche an uns und an  Beziehung sind gestiegen, manchmal auch übermäßig.

Menschen wollen aus Liebe zusammensein und aus Freiwilligkeit, nicht aus Gewohnheit oder finanziellen Zwängen. Natürlich hat auch die Gleichberechtigung zu einem ganz anderen Beziehungsmodell und zur zu einem Wechsel von Rollenbildern geführt.

Und ja, auch ich erlebe immer wieder Paare, die wenn vor Beziehungsschwierigkeiten lieber in eine neue Beziehung flüchten, weil dort ja dann alles besser wird. Nach der Verliebtheitsphase stehen diese Menschen dann wieder vor dem gleichen oder einem ähnlichen Beziehungsproblem. Es lohnt sich daher immer, sich erst einmal, sich mit seiner Beziehung und den eigenen Anteilen an dem Problem zu beschäftigen. Das kostet Mühe, aber es lohnt sich in den meisten Fällen. Auch professionelle Unterstützung kann da hilfreich sein, um herauszufinden, ob es einen Weg zurück zum anderen gibt.

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Herzlichst, Ihre Claudia Bechert- Möckel

Paarberatung & Paartherapie in Dresden

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